Samstag 12. November 2005
Es war also soweit. Der letzte Tag in Dänemark war angebrochen. Dieser Gedanke plagte mich direkt schon beim wach werden. Nach einer Woche hatte man sich schon in einer Art und Weise an diese Ruhe, das Wetter und das Land so gewöhnt, dass es schon wieder fast alltäglich erschien, als ob es nie anders gewesen wäre. Der kleine Unterschied bestand nur leider darin, das dieser Alltag der vergangenen Tage wesentlich schöner war als der zu hause.
Ich war allerdings froh, als ich mir überlegte, dass es doch besser sei mit der Einstellung "Es war viel zu kurz!" als nach dem Motto "Nur schnell weg hier!" den Urlaub ausklingen zu lassen. So wurde schweren Herzens alles wieder sortiert, abgezogen und zusammengepackt. Natürlich machten wir ebenfalls noch grob sauber. Dazu gehörte Müll entsorgen, Staubsaugen und abwaschen. Da wir ja jetzt einschätzen konnten wie lange die Tour mindestens dauern würde, hatten wir also unsere Reiseverpflegung wieder mit Kaffee, sowie Wurst- und Käsebrötchen zusammengestellt. Nachdem wir ein paar letzte Fotos vom Haus gemacht hatten und die Tür verschlossen wurde, endete in diesem Sinne, an dieser Stelle der Urlaub für uns.
Kurz nach 9 Uhr sind wir in das Auto gestiegen, da wir bis spätestens 9.30 den Hausschlüssel wieder bei der Hausverwaltung abgeben mussten. Mit einem ruhigen Gewissen, dass wir den Nachmietern einen halben Wald an Brennmaterial hinterlassen haben, verabschiedeten wir uns freundlich und stiegen mit dem wehmütigen Gefühl ins Auto ein. In diesem Moment jedoch hatten wir die Hoffnung, bald wieder zurück zu kehren.
Bei der Rückreise war das Wetter wieder regnerisch und windig. Ab und zu sah man doch mal einige Sonnenstrahlen die Wolkendecke durchbrechen. Eigentlich hatten wir ein letztes Mal vor, einen kleinen Umweg über Bovbjerg zu fahren, um noch einmal am Leuchtturm vorbei zu schauen. Da das Wetter aber so grau in grau war, entschieden wir uns dann doch für den direkten Rückweg. Wenigstens sahen wir ihn trotzdem noch einmal aus der Ferne.
Die Reise an sich verlief ohne Probleme. Bis auf die üblichen Pausen (Kaffee, essen oder tanken) kamen wir gut durch. Es war, wie bei der Anreise, auf jeden Fall von Vorteil, dass wir in der Nebensaison gefahren sind. Ausser den Berufspendlern gab es kein großes Verkehrsaufkommen, so wie es zu den Ferienzeiten der Fall gewesen wäre.
Wieder zu hause angekommen, mussten wir noch das Auto ein weiteres Mal ausräumen. Zum Glück fehlten diesmal jedoch jede Menge Holz und der Großteil an Lebensmitteln. Völlig ausgebrannt von der Fahrt fielen wir in unsere Betten. In diesem Augenblick wurde uns aber auch bewußt, das uns Dänemark und alles was dazugehört hat, auch schon wieder fehlte, obwohl wir erst wieder in der Heimat angekommen waren.
