Dänemark

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Mittwoch 9.November 2005

Es war die Stunde der Wahrheit. Der Blick für einen Zwischenstand des Stromzählers. Nach einem Vergleich mit dem Ausgangswert und einer "Pi mal Daumen-Schätzung" im Kopf, stellten wir zufrieden fest, dass wir auf Grund unseres Holzeinsatzes kaum Strom verbraucht hatten. Wäre die Heizung in Aktion gewesen, hätte dies anders ausgesehen, da es im ganzen Haus nur elektrische Heizkörper gab. Da wir wesentlich mehr eingeplant hatten und dieses Geld auch sinnvoll wieder einsetzen wollten, entschlossen wir uns also, für das Geld die Enreinigung machen zu lassen. So führte uns der erste Weg, auf der für diesen Tag geplanten Fahrt nach Holstebro, zu der Hausverwaltung. Man muss schon einige Tage vorher Bescheid geben, wenn man es sich doch anders überlegt hat. So ging es also Richtung Holstebro.

Als wir einen Parkplatz gefunden hatten, sind wir auch gleich in Richtung Touristeninformation gewandert. Wie immer wurden wir höfflich gefragt ob man uns behilflich sein könnte. Mit einem "Nein. Aber trotzdem dankeschön!" machten wir uns über die Prospekte her und plünderten die kostenlosen Broschüren inklusive Stadtplan von Holstebro. So sind wir also mit vollen Händen wieder zurück zum Auto und haben uns der Beute entledigt.

CafeWir waren ja zuvor eine Weile unterwegs. So war es nur natürlich, dass der dramatisch sinkende Coffeinspiegel wieder erhöht werden musste. So gingen wir in die Fußgängerzone von Holstebro. Mit der Digitalkamera bewaffnet gingen wir durch die Straßen. Uns viel auf, das es jede Menge Skulpturen mitten in der Innenstadt und der Fußgängerzone gab. Bevor wir unseren Fußmarsch fortsetzen wollten, musste erst einmal eine Tasse Kaffee her. Also sahen wir uns um und setzten uns in ein niedliches, kleines Cafe namens "Tante Anna". Ausser einem anderen Gast, waren wir die Einzigen dort. "Gut." dachten wir uns, "Dann dauert es mit der Tasse Kaffe nicht so lange". Mit einem nonverbalen Fingerzeig auf die Getränkekarte gaben wir unser Bestellung auf. Naja, eine Tasse gab es nicht, dafür aber ein Glas. Das war allerdings völlig egal, der Kaffee schmeckte trotzdem gut.

FussgängerzoneFrisch gestärkt nach unserem Glas Kaffee, machten wir die Fußgängerpassage unsicher. Es gab jede Menge Geschäfte und trotz des schlechten Wetters, war doch relativ viel los. Ab und zu musste man nur aufpassen, da mitten auf dem Gehweg das Wasser aus einer Art Wasserspiel sprudelte. Was wir schon in Lemvig bemerkt hatten, die Dänen scheinen viel Wert auf den Erhalt älterer Gebäude zu legen. So gab es auch in Holstebro größtenteils gut erhaltene alte Bauten.

Da es ja bereits unser 5. Tag in Dänemark war und es auch viele Läden gab, dachten wir uns, es wäre für uns an der Zeit, ein kleines Wörtebuch zu besorgen. Mit einem zufriedenen Grinsen und dem guten Gefühl, zumindest ein Wörtebuch zu besitzen, verließen wir einen der Bücherläden. Zuvor waren wir auch in einer Art Bücherladen, nur leider gab es dort nur gebrauchte Hefte, Magazine und Bücher zu kaufen.

Wieder plagte uns ein Instinkt ... wir hatten Hunger! Also hielten wir Ausschau nach dem nächsten Bäcker. Irgendwie hatten wir noch nicht die Lust dazu, mit dem aufgeschlagenen Wörterbuch ein paar Brötchen zu kaufen. Es hat mal wieder wie immer mit wildem Gestikulieren und vollem Körpereinsatz dazu gereicht, der Verkäuferin klar zu machen, dass wir ein paar Brötchen und etwas Kuchen haben wollten. An dieser Stelle sollte ich noch erwähnen, dass direkt vor uns ebenfalls eine deutsche Familie mit Armen und Beinen ein paar Stücke Kuchen besorgt hat. Die Verkäuferin war somit auch nicht mehr wegen unserem Gefuchtel überrascht.

KircheMit dem Essen in der Hand machten wir uns wieder langsam zurück, Richtung Auto. Wir kamen noch an einer schönen alten Kirche vorbei und mussten auch schmunzeln, als wir eine "Sparkasse" entdeckt hatten. Es war noch nicht sehr spät und so entschlossen wir uns, auf der Rücktour einen kleinen Umweg über Thorsminde zu machen. Unser Weg führte uns an einem Vogelschutzgebiete vorbei. Wir wunderten uns erst, als wir zwei Gestalten auf faltbaren Stühlen und Fernglas auf dem Deich sitzen sahen. Da sie nicht in Richtung Meer sondern in Richtung Fjord blickten, folgten wir gedanklich ihrem Blick und sahen dann auch die Masse an Vögeln, die wohl das Interesse der Beobachter waren.

ThorsmindeAngekommen in Thorsminde schauten wir uns ein wenig um. Schon bei der Ankunft wurde uns eins sehr schnell klar. Es war absolut ausserhalb jeder Saison. Ausser einem Angler und dessen Hund waren wir wohl die Einzigen, die sich dort aufhielten. Das Restaurant direkt am Parkplatz war geschlossen und das Ankermuseum bestand ja eh hauptsächlich aus den liebevoll platzierten Ankern im Freien. So nutzen wir die Gelegenheit völlig alleine und in Ruhe den Deich hinauf zu gehen, um einen wunderschönen Blick in Richtung Meer und den kleinen Hafen zu genießen.

So ging es also wieder zurück in unser kleines Ferienhaus. Wir drehten noch eine Runde am Strand und danach worde gekocht. Satt, geschafft, aber zufrieden sahen wir uns noch ein Video an und beendeten den Tag.


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